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Einleitung

Beim Unternehmensverkauf treffen oft zwei nachvollziehbare Sichtweisen aufeinander: Verkäufer sehen das aufgebaute Lebenswerk, Käufer bewerten vor allem Zukunftsfähigkeit, Risiko und Finanzierbarkeit. Gerade in einem selektiveren Marktumfeld führt das häufig zu unterschiedlichen Kaufpreiserwartungen. Wer diese Lücke früh erkennt und professionell vorbereitet, schafft bessere Voraussetzungen für eine tragfähige Einigung. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe des Wunschpreises, sondern wie überzeugend der Unternehmenswert aus Käufersicht begründet werden kann.

Die Kaufpreiserwartungen auf Verkäuferseite sind nachvollziehbar

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer gehen mit einer klaren Preisvorstellung in den Verkaufsprozess. Diese Vorstellung ist nachvollziehbar: Im Unternehmen steckt oft ein Lebenswerk, viel Verzicht, persönliche Verantwortung und die Hoffnung auf eine sichere Zukunft nach dem Verkauf. Käufer betrachten dasselbe Unternehmen jedoch aus einer anderen Perspektive. Sie fragen nicht zuerst, was aufgebaut wurde, sondern was künftig belastbar verdient, finanziert und weiterentwickelt werden kann. Genau hier entsteht die Lücke zwischen Wunschpreis und Marktpreis. Sie ist einer der häufigsten Gründe, warum Verkaufsprozesse ins Stocken geraten oder gar nicht erst zu belastbaren Angeboten führen.

Käufer stehen heute vor besonderen Herausforderungen

Käufer stehen heute vor besonderen Herausforderungen: Höhere Finanzierungskosten, vorsichtigere Banken und unsichere Absatzmärkte führen dazu, dass Risiken stärker eingepreist werden. Mögliche Unsicherheitsfaktor stehen stärker im Fokus. Ein einzelner Großkunde, eine schwache zweite Führungsebene, rückläufige Margen oder nicht dokumentierte Prozesse können den Kaufpreis deutlich beeinflussen.

Eine realistische Unternehmensbewertung ist die Basis für den erfolgreichen Unternehmensverkauf

Wer die Lücke schließen will, sollte frühzeitig beginnen. Zunächst braucht es eine realistische Unternehmensbewertung, die nicht auch Ertragskraft, Investitionsbedarf, Working Capital, Kundenstruktur, Managementabhängigkeit und Planungsqualität berücksichtigt. Danach sollte die Verkäuferseite prüfen, welche Kaufpreisbremsen vor dem Prozess reduziert werden können. Dazu gehören saubere Monatsauswertungen, nachvollziehbare Planrechnungen, dokumentierte Verträge, klare Zuständigkeiten und ein realistisches Bild der nächsten drei Jahre. Je besser ein Käufer die Zukunft des Unternehmens verstehen kann, desto geringer ist sein Risikoabschlag.

So finden Verkäufer und Käufer beim Kaufpreis zusammen

Wichtig ist auch die richtige Kommunikation. Verkäufer sollten nicht auf einem starren Maximalpreis beharren, sondern eine Bandbreite berücksichtigen. Diese Bandbreite kann erklären, unter welchen Bedingungen ein höherer Preis gerechtfertigt ist: stabile Ergebnisentwicklung, gesicherte Kundenbeziehungen oder ein starkes Managementteam. So wird aus einer Forderung eine Verhandlungsgrundlage. Auch flexible Kaufpreisstrukturen können helfen. Ein Earn-out, andere erfolgsabhängige Komponenten oder ein Verkäuferdarlehen sind keine Zeichen von Schwäche. Sie können eine Brücke bauen, wenn Verkäufer an Wachstum glauben, Käufer aber zunächst Sicherheit benötigen. Entscheidend ist, dass solche Modelle klar, messbar und fair gestaltet werden. Realistische Kaufpreiserwartungen bedeuten nicht, unter Wert zu verkaufen. Sie bedeuten, den eigenen Wert so vorzubereiten und zu erklären, dass Käufer ihn nachvollziehen können. Wer den Marktpreis versteht, kann besser verhandeln. Wer nur am Wunschpreis festhält, riskiert Enttäuschung, Zeitverlust und einen Prozess ohne Ergebnis. Am Ende zählt nicht der höchste Preis auf dem Papier, sondern der beste realisierbare Abschluss. Genau dort beginnt professionelle Verkaufsvorbereitung.

Fazit: Verkäufer- und Käuferinteressen berücksichtigenen

Realistische Kaufpreiserwartungen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor im Unternehmensverkauf. Wer den eigenen Wunschpreis mit den Anforderungen der Kaufinteressenten auf einen Nenner bringt, schafft Vertrauen und erhöht die Abschlusswahrscheinlichkeit. Eine belastbare Bewertung, transparente Unterlagen und flexible Verhandlungsmodelle helfen dabei, aus unterschiedlichen Preisvorstellungen eine tragfähige Lösung zu entwickeln. So wird der Unternehmensverkauf nicht vom höchsten Wunschpreis bestimmt, sondern vom besten realisierbaren Ergebnis.

– Eulenhof Consulting –

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